Herzfrequenz während des Alpinismus-Trainings
Regelmäßige kardiovaskuläre Aktivitäten können die zurückgelegte Strecke sowie die Fortbewegungsgeschwindigkeit beim Wandern erhöhen und somit das Erreichen einiger der spektakulärsten Wanderungen der Welt ermöglichen. Um diese Übung so effektiv wie möglich zu gestalten, sollte Ihr Herzschlag zwischen 116 und 118 Schlägen pro Minute liegen. Knox (1940) verwendete einen Toleranztest, bei dem die Probanden fünfmal aufstehen und jeweils zwei Schritte in Abständen von zehn Zoll zurücklegen mussten, um die typische Herzfrequenz untrainierter Personen zu bestimmen.
Ruhewert der Herzfrequenz

Maximale Herzfrequenz
Sowohl körperlicher als auch mentaler Stress führt bei einem schwierigen Aufstieg zu einer Erhöhung der Herzfrequenz. Nach dem Aufstieg sinkt die Herzfrequenz allmählich wieder (Phase 4).
Die Belastungstestung der kardiorespiratorischen Funktion ist ein unter Aufsicht durchgeführter Laborverfahren, der erforderlich ist, um Ihre maximale Herzfrequenz genau zu bestimmen. Sie erfasst Ihr kardiovaskuläres, pulmonales sowie muskuläres Fitnessniveau und liefert zahlreiche nützliche Informationen.
Die Formel „220 minus Ihr Alter“ kann allgemein zur Schätzung Ihrer maximalen Herzfrequenz verwendet werden. Allerdings könnte diese Berechnung die Herzfrequenz älterer Männer unterschätzen und die maximale Herzfrequenz, die junge Frauen während körperlicher Aktivität erreichen können, überschätzen. Zum Beispiel ist die maximale Herzfrequenz einer 35-jährigen Frau niedriger als die eines 65-jährigen Mannes. Dies liegt daran, dass die Herzfrequenz von Frauen mit zunehmendem Alter allmählich abnimmt.
Wiederherstellung des Herzrhythmus
Obwohl Herzfrequenzmonitore oft mit Hochleistungs-Sportarten in Verbindung gebracht werden, können auch Alpinisten davon profitieren, um bei ihren Besteigungen sicherere Entscheidungen zu treffen. Eine gute aerobe Kondition ermöglicht es Alpinisten, den Weg schneller zurückzulegen und eine größere Distanz zu überwinden, bevor Müdigkeit einsetzt. Das Training in der Erholungszone verbessert die Kraft und Ausdauer sowie die Muskelfasern mit schneller Kontraktion bei Alpinisten, die komplexe Besteigungen durchführen.
Der Herzrhythmus erreicht einen stabilen Zustand – die Amplitude des Signals bleibt während der Zeit zwischen den Aufstiegen konstant (siehe Abbildung 3A). Aufgrund der Aktivierung des Systems unmittelbar vor dem ersten Aufstieg erhöht sich der Herzrhythmus bereits vor Beginn desselben. Während des gesamten Aufstiegs nimmt der Herzrhythmus weiter zu, erreicht einen Höchstwert und fällt anschließend abrupt ab. Erfahrene Bergsteiger, die besser in der Lage sind, sich der psychologischen Belastung anzupassen, verzeichnen eine langsamere Abnahme ihres Herzrhythmus nach dem Erreichen des Gipfels; dadurch können sie sich schneller erholen und sich auf den nächsten Aufstieg vorbereiten. Allerdings überwiegt die Notwendigkeit einer längeren Ruhepause zwischen den Aufstiegen diesen Vorteil.
Höhe
Obwohl ein Wanderer mit guter körperlicher Verfassung die Vorteile der Höhe genießen kann, spüren selbst erfahrene Alpinisten oft die Auswirkungen großer Höhen, wenn sie Höhen von über 1.828 Metern (6.000 Fuß) erreichen. Da die Luft weniger Sauerstoff enthält, muss man intensiver und schneller atmen, um seine Energiereserven aufzubrauchen – genauso wie bei einer Wanderung oder einem Aufstieg. Deshalb erscheinen diese Aktivitäten in solchen Höhen schwieriger.
Beim Bergsteigen erhöht sich der Herzrhythmus aufgrund des psychischen Stresses, des erhöhten Sauerstoffverbrauchs nach körperlicher Anstrengung sowie der Zeit, die für die Erholung benötigt wird. Diese Faktoren sind besonders relevant, wenn Sie in großer Höhe mit Freunden reisen und einer von ihnen an einer Höhenpulmonöse (HAPE) leidet.
In der untenstehenden Grafik wird eine quantitative Untersuchung der RR-Intervalle (die Zeitabstände zwischen zwei Herzschlägen) an dem jüngeren (a) sowie dem älteren (b) Teilnehmer dargestellt. Beide Teilnehmer schliefen in der Nacht zum Zeitpunkt der Datenerfassung und trugen jeweils den „Fire of Life“-Monitor. Das in Abbildung 2 dargestellte Höhenprofil steht in direktem Zusammenhang mit den Ergebnissen der Studie.